GEORGIEN - Das Land der besten Weine!
Weinbau
Seit Menschengedenken wird in Kacheti der Weinbau betrieben. Wein und Kachetiner gehören einfach zusammen. Die Weinernte wird in den riesigen Gefäßen, Kwewri, die in der Erde vergraben sind, aufbewahrt. Die Tongefäße sind in manchen Fällen so groß, daß zwei Menschen bequem in ihnen Platz finden. Bei der Geburt eines Sohnes gebietet es die Tradition, einen Kwewri mit neuem Wein zu füllen, der dann bis zur Hochzeit reift.
Die beste Zeit nach Kacheti zu fahren, ist der Herbst, wenn ab der zweiten Septemberhälfte die Weinernte beginnt und in den Dörfern die Feste des Weins - Rtweli - gefeiert werden. Der Weinbau hat in Georgien eine Tradition, die Jahrtausende in die Vergangenheit zurückreicht. In Westgeorgien wird Wein ebenerdig in Plantagen angebaut, in Ostgeorgien eher auf den Berghängen. Entsprechend werden dort sehr viele verschiedene Weine gekeltert, die ihren eigenen Charakter haben.
Weinbau auf einer Plantage
Der Anbau von Wein hat eine lange Tradition in Georgien. Auf einer Fläche von 95.000 Hektar können rund 500 verschiedene Rebenarten angebaut werden, von 4.000, die es in der gesamten Welt gibt. Die größten Weinplantagen liegen in Ostgeorgien, gerade Kacheti gilt als das Herzland des Weinanbaus. Dabei repräsentieren die Namen der Weine ihre Anbaugebiete. Nach alter Tradition ist es untersagt, Weine miteinander zu verschneiden, was die Reinheit der Sorten und Anbaugebiete gewährleistet.
Anders verhält es sich in Westgeorgien, wo die Landschaft von Berg- und Hügelländern dominiert wird. Durch die Gliederung der Landschaft und die unterschiedliche mineralogische Konsistenz der Böden wird das Wachstum der Reben beeinflusst. Ein weiterer Faktor ist der Sonneneinfall, der zu einem unterschiedlichen Flüssigkeitsstand in den Trauben selbst auf dem gleichen Hang führt und die Anlage größerer Plantagen unmöglich macht. So ist es die Eigenart des Weinbaus in Westgeorgien, dass selbst auf zwei direkt nebeneinander liegenden Hängen oder Äckern sehr unterschiedliche Weine angebaut werden, die sich durch ihre eigenen Charaktere auszeichnen. Hier werden keinen großen Mengen produziert, die Weine sind Unikate.
Weinbauer auf Wagen
Entsprechend ist der Weinbau arbeitsintensiv und verlangt die Zuwendung des Weinbauern. Dies zeigt sich schon an den Häusern: Viele sind zur Straße hin abgeschlossen und öffnen sich mit Fenstern und Balkonen zum Weinhang hin. Nichts soll die Aufmerksamkeit des Weinbauern stören. Daher sagt ein georgisches Sprichwort: "Die Rebe verlangt soviel Zuwendung wie ein Neugeborenes". Dies zeigt auch, warum der Weinanbau bis heute fast reine Handarbeit ist und kaum mechanisiert werden kann. Anders im Osten des Landes. Hier erlauben die Plantagen die Mechanisierung des Anbaus.
Marani, wo man Wein aufbewahrt
Die Verarbeitung des Weines geschieht in den kleineren Betrieben nach althergebrachten Traditionen. Die Weintrauben kommen nach dem Pflücken in einem Bottich, Marani genannt. Sein Abflussloch ist mit einem Pfropfen verschlossen, ein oder mehrere Helfer steigen in den Bottich und stampfen die Trauben mit ihren Füßen. Wenn die Trauben ausgepresst sind, wird der Saft, Matschari genannt, einige Tage stehen gelassen. Wenn der Gärungsprozeß einsetzt, wird der Saft in gläserne oder Porzellane Gefäße gefüllt, bis der Gärungsprozess abgeschlossen ist. Als junger Wein verbringt man ihn nun in Kwewri. Diese Tongefäße sind in die Erde eingelassen und haben ein Fassungsvermögen von 10 bis 9000 Litern, nur der Hals ragt aus dem Boden. Sie werden mit einem Stein versiegelt, der mit Ton und Holzasche abgebdichtet ist, damit kein Schimmelpilz eindringt. In diesen irdenen Gefäßen bleibt der Wein, bis er ausgereift ist.
Kacheti
Das Relief von Kacheti fällt in zwei Tälern nach Osten hin zur aserbaidschanischen Grenze ab, die das bergische Georgien von der Tiefebene am Kaspischen Meer trennt. Das Gebirge, das die beiden Täler voneinander trennt, ist der auf über 2000 Meter ansteigende Gombori-Bergrücken. Das Alasani-Tal zwischen den Ausläufern des Großen Kaukasus und den Gombori-Bergen wird als Inneres Kacheti bezeichnet, das Iori-Tal südlich des Gombori-Gebirges bis zu den Höhenzügen des Kleinen Kaukasus nennt man Äußeres Kacheti. Beide Täler sind die fruchtbarsten Gegenden Georgiens und gelten deshalb seit Urzeiten als Brot- und Weinkeller.
Die Geschichte von Kacheti ist aufs engste mit der von Kartli verbunden. Erst die erste Invasion Timurs im Jahr 1386 trennte die beiden Provinzen. 1466 erhielt Kacheti seinen eigenen Königsthron. Die Wiedervereinigung beider Königreiche fand 1782 unter Erekle II. statt, 19 Jahre vor der Deklaration Alexanders I., die Georgien zum Bestand des Russischen Imperiums erklärte.
Gurdjaani
Das Städtchen Gurdschaani ist Heimatstadtt einiger der berühmtesten georgischen Weine - Napareuli, Saperawi und Mukusani, die den besten Burgundern in nichts nachstehen.
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